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Achte gut auf dich!

Lesezeit: 3 Minuten

Alles ist anstrengend

Ich bin krank. Mit einem grippalen Infekt habe ich gestern und heute auf der Couch gelegen. Es ist nichts Schlimmes. Ich habe erhöhte Temperatur und bin schlapp. Alles ist anstrengend. Aber wenn ich mich ausruhe, werde ich in zwei bis drei Tagen wieder gesund sein. Und doch sitze ich am Computer und schreibe diesen Artikel.

In meinem alten Job habe ich oft gearbeitet, obwohl ich krank war. Mit Paracetamol oder Grippetabletten konnte ich meine Illusion aufrechterhalten, dass ich unabkömmlich bin. Da habe ich oft nicht gut auf mich geachtet.

Was heißt gut auf sich zu achten?

Heute heißt für mich, gut auf mich zu achten, mir Ruhe zu gönnen. Es ist okay mich auszuruhen, obwohl ich so viel zu tun habe. Gestern hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich auf der Couch gelegen habe, statt am Schreibtisch zu sitzen. Ich habe Wäsche gewaschen, das Bad geputzt und das Bett frisch bezogen, um irgendwie produktiv zu sein. Doch das war einfach nur anstrengend. Also war heute einfach liegen und ausruhen angesagt. Endlich habe ich mir erlaubt, was auch gestern schon richtig gewesen wäre

Nicht verwechseln

Es ist jedoch wichtig, dieses „gut auf mich achten“, nicht damit zu verwechseln, es mir in meiner Komfortzone gemütlich zu machen. Wenn ich mich bei allem, was mich fordert, was auch mal schwer wird, stets ins Schaumbad und auf die Couch zurückziehe, nehme ich mir eine der größten und wichtigsten Aspekte im Leben: meine Potenziale zu entdecken und mich weiterzuentwickeln. Manchmal bedeutet „gut auf mich zu achten“, durchzuziehen und für die eigene Sache zu kämpfen.

In Balance

Entscheidend ist, die Balance zu halten. Wann ist Durchziehen angesagt? Und wann ist zur Ruhe kommen angesagt? Wann gehe ich über meine Grenze, die ich wahren sollte, und wann ist es wichtig, meine Grenze zu überschreiten, um mich zu entwickeln? Und es ist wichtig den Unterschied zu erkennen. Denn wenn ich meine Grenze immer nur wahre, kann ich meinen Raum nicht erweitern. Wenn ich nie etwas wage, was mich wirklich fordert, verneine ich all die Potenziale, die in mir stecken. Ich bleibe stehen, statt zu entdecken, was in mir steckt.

Und gleichzeitig brauche ich dafür meine Kraft. Also ist es wichtig zu wissen, was mir Kraft gibt. Entgegen einer häufigen Vermutung, dass nur Ruhe und Erholung Energie und Kraft geben, ist es oft das genaue Gegenteil. Das, was mein Herz mit Freude erfüllt, gibt mir Kraft. Und an meinem Herzensprojekt zu arbeiten ist genau das. Gebe ich dort Energie hinein, bekomme ich Energie zurück. Auf die Grenzen meines Körpers zu achten, ihm genug Schlaf, gesundes Essen und Bewegung zu geben, ist dabei ebenso wichtig. Beides gehört dazu.

Achtung haben

Gut auf mich zu achten hat entscheidend damit zu tun, dass ich mich selber achte. Wenn ich mich selber respektiere, ist es mir wichtig, gut auf mich zu achten. Vielleicht war das der Grund, warum ich früher krank arbeiten gegangen bin oder mich für Schwäche verurteilt habe. Ich hatte keine Achtung und keinen Respekt vor mir selber. Zu leisten war wichtiger, als gut für mich zu sorgen. Ich wollte mir mit meiner Leistung den Respekt und die Wertschätzung anderer verdienen. So wie ich es als Kind bei meinen Eltern wollte.

Das Gleiche gilt für dich. Wie sehr achtest du dich? Respektierst du dich und gönnst dir daher die Ruhepause, die du brauchst? Und respektierst und achtest du auch deine Potenziale und Kreativität? Denn diese nicht zu leben, wäre eine Missachtung all dessen, was in dir steckt. In deiner Komfortzone auf der Couch kannst du dir selber keinen Respekt entgegenbringen.

Wie achtest du gut auf dich?

Ich achte heute gut auf mich, indem ich fast den ganzen Tag auf der Couch gelegen habe und nur einen kurzen Artikel schreibe. Das Sitzen am Schreibtisch ist viel anstrengender, als zu liegen. Und dennoch habe ich ein Lächeln im Gesicht und Freude im Herzen. Denn das hier zu tun, ist für mich Seelennahrung.

Wie achtest du auf dich? Brauchst du eher den „Tritt in den H….“, um dich aufzuraffen, weil du es dir in deiner Komfortzone gemütlich gemacht hast? Oder brauchst du eher die Erlaubnis, auch mal nichts zu tun und dich zu erholen? Oft gehen wir mit einer dieser Ausrichtung schon durch unser ganzes Leben. Egal, bei welcher Beschreibung du dich eher angesprochen gefühlt hast: Beides gehört dazu. Für den oder die eine(n) ist mehr „ins Tun kommen“ angesagt. Und für den oder die andere(n) ist eher das Loslassen, des immer leisten müssen dran. Sei ehrlich zu dir: Was brauchst du für dich jetzt gerade? Und dann achte gut auf dich und tue es.

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: Architektur, Gebäude, Fenster © super-mapio (pixabay CC-0)

2 Comments

  1. Beatrix Schleimer

    Liebe Anne! Dieses Thema ist heute genau dran bei mir und ich möchte da einiges zu sagen: Habe heute um 11 Uhr eine Darmspiegelung als Kontrolle vom letzten Jahr. Ja auch ich hab lange mich selbst Körper wie auch Seele vernachlässigt. Immer hab ich gesagt: Das mach ich später wenn ich den Betrieb nicht mehr habe. Gearbeitet um Schulden, die ich nicht gemacht habe abzuzahlen und endlich keine Belastungen mehr zu haben. Nie durfte ( wollte?) ich krank sein. Ich hab echt die Klarheit über mich verloren. Da hab ich eine Empfehlung zur Darmspiegelung natürlich auch bis zur Betriebsausgaben verschoben. Ich hab dann einen großen Polypen gehabt, der nicht ambulant zu entfernen war!! Ich habe tiefe Demut gehabt. Ich esse seitdem bewusster und schätze mich mehr denn je und hab mir die Zeit für die Vorbereitung zur Untersuchung eingefordert. Alles Wichtige ist vorbereitet und ich vertraue, daß alles gut wird! Ich vertraue, weil ich noch viele Pläne habe und ich das Leben, so wie es zur Zeit läuft, liebe! Und dir danke ich sehr, daß du immer so eindrucksvolle Beiträge schreibst. Wunderbare Lebenshilfe!!

    • Anne Poger

      Liebe Beatrix, danke für deine Rückmeldung hier. Ich wünsche dir für deinen Arzttermin alles Gute. Vorsorge ist eine sehr wichtige Selbstfürsorge. Danke für deine Worte, die auch eine Erinnerung für mich sind, auch hier gut auf mich zu achten. Ich schicke dir liebe Grüße! Anne

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