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Balance finden: Der Wunsch nach Kontrolle und Mut zu Veränderung

Lesezeit: 2 Minuten

Kontrolle ist eine Illusion

Mit der Illusion, ich könne etwas kontrollieren, versucht mein Verstand sich zu beruhigen. Mein Kopf möchte Dinge vorausplanen, sie einordnen und einen Plan zurechtlegen. Das Unbekannte wirkt wie eine Gefahr.

Die Ursprünge dieser Wahrnehmung liegen über Hunderttausend Jahre zurück. In der Zeit der Säbelzahntiger und zugiger Höhlen war die Angst vor dem Unbekannten wichtig, damit die eigene Sippe überlebt.

Beides zählt

Gleichzeitig ist immer wieder Veränderung und Neues nötig, damit Menschen sich weiterentwickeln. Dies ist ebenso ein Instinkt, der für die Entwicklung der Menschheit entscheidend war und ist.

In diesem Spannungsfeld zwischen dem Wunsch, alles möge so bleiben, weil es vermeintlich sicherer ist, und dem gleichzeitigen Wunsch nach eigener Entfaltung, gilt es in Balance zu kommen.

Festhalten ist Stehenbleiben

Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, in denen die Angst vor der Veränderung stets überwogen hat. Ich habe festgehalten an einer Beziehung, die nicht auf Augenhöhe war. Getrieben von der Angst alleine zu bleiben, bin ich stehengeblieben, als die Zeit zum Weitergehen lange gekommen war. Aber die Angst war zu groß, das, was ich hatte, zu verlieren. Dabei war es noch nicht einmal das, was ich wollte. Dennoch bin ich stehengeblieben und habe ausgehalten.

Auch beruflich habe ich jahrelang verharrt, obwohl die Stimme in mir immer lauter wurde, die wusste, dass es Zeit für eine Veränderung ist. Sicherheit schien wichtiger, als eine Aufgabe zu haben, die mich erfüllt.

Ausgleich

Da ich viele Jahre am Bestehenden festgehalten habe, scheint für mich nun eine Zeit gekommen zu sein, immer wieder Neues zu wagen. Vielleicht gilt es die Balance zwischen Bewahren und Erschaffen nicht nur im jetzigen Moment zu halten, sondern auf mein ganzes Leben bezogen zu leben. Und da habe ich noch etwas aufzuholen.

Es gibt so viel Neues zu erfahren, zu lernen und zu entdecken. Dabei darf mir das Neue auch mal Angst machen. Aber meistens gelingt es mir, mich von meiner Angst nicht überwältigen oder lähmen zu lassen. Die Neugier und Freude auf Neues überwiegen.

Mut als Freund

Und mit jedem mutigen Schritt zu neuen Wegen, neuen Erlebnissen und neuen Begegnungen, wird die Angst vor dem Unbekannten, was kommen mag, kleiner. Diese Erfahrung verändert etwas. Die Stimme des Mutes wird immer lauter und die Stimme, die nach Sicherheit und Kontrolle ruft, stellt sich immer öfter einem Dialog.

Ich brauche nicht angstfrei zu sein. Es ist okay, zu zweifeln und sich das Gefühl von Stetigkeit und Kontrolle zu wünschen. Aber Stehenbleiben und der Illusion der Kontrolle zu erliegen, ist für mich keine Option mehr. Gestärkt durch viele überraschende Erlebnisse und Erfahrungen, wenn ich Neues gewagt habe, erlebe ich den Mut, der mir früher so oft gefehlt hat, wie einen Freund an meiner Seite, der mit gut zu redet, mich unterstützt und mir den Rücken stärkt.

So kann ich immer öfter positiv auf Veränderungen schauen. Die Phasen, in denen mir ein Gefühl von Kontrollverlust Angst macht und mich lähmt, werden kürzer. Es gelingt es mir schneller, statt stehenzubleiben wieder in Bewegung zu kommen.

Wie schaust du auf das, was vor dir liegt?
Macht die Ungewissheit dir Angst oder spürst du auch eine kleine Vorfreude, auf alles, was noch kommen wird?

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: Gleichgewicht, Balance, Balken © wal_172619 (pixabay CC-0)

2 Kommentare

  1. Beatrix Schleimer

    Hallo liebe Anne! Genau diesen Prozess fühle ich im Moment so deutlich wie noch nie! Bin zwar nicht mehr in der Anfangsphase, aber fühle mich mittendrin. Der Weg ist im Fluss, ich kann die Neugierde spüren, die mich so aktiv gemacht hat. Die Hürden, die ich früher so hoch gesehen habe, werden nicht mehr so ängstlich betrachtet. Der Mut, der jetzt auf einmal da ist, verleiht mir“ Flügel“! Aber immer ist da wieder dieses Männchen im Kopf, das mich ermahnt: Das übertreibt du jetzt, wie kannst du nur!! Ich hab manchmal echt Angst aber hoffe, daß das richtig ist, was ich tue. Dir danke ich besonders, denn du bist durch deine Worte, die du immer findest, ein Mutmacher geworden und ich freue mich immer auf deinen nächsten Post! Danke, daß es dich gibt!

    • Anne Poger

      Liebe Beatrix, es klingt wunderbar, was du über deinen inneren Prozess erzählst. Das scheint so ähnlich zu sein, wie ich es erlebt habe und erlebe. Es ist in Ordnung, auch mal Angst vor dem Ungewissen zu haben. Angst an sich ist ein wichtiger Instinkt. Nur nimmt der Mann im Kopf, wie du es so schön bildlich beschreibst, oft überhand und verhindert, dass wir Neues erleben, und uns trauen, auf die Stimme unseres Herzens zu hören. Es klingt wirklich toll, dass sich bei dir mehr und mehr etwas wie ein Dialog entwickeln kann, in dem nicht nur der Kopf, sondern auch das Herz oder der Bauch Raum haben. Ich freue mich riesig darüber, dass meine Texte und Impulse dich auf deinem Weg begleiten. Danke für deine Worte. Diese berühren mich sehr und zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht und in mein Herz. Alles Liebe Anne

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