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Der richtige Moment

Eine Frau mit einem kleinen Koffer sitzt auf einem Gleis, sie wartet darauf, dass der richtige Moment kommt.

Lesezeit: 3 Minuten

Der richtige Moment ist noch nicht jetzt

Dieses Gefühl “das ist noch nicht der richtige Moment, ich bin noch nicht bereit“, kenne ich gut. Gedanken durchfluten mich wie “ich muss nur noch … lernen, machen, erledigen, dann bin ich soweit“ oder “noch kann ich es nicht, aber wenn ich erst …, dann bin ich bereit“. Und mit solchen oder ähnlichen Gedanken sitze ich wunderbar in der Wartezone meines Lebens.

Was in mir wirkt

Was ist das in mir? Welche Stimme spricht in mir die Worte des Zögerns und Abwägens?

  • Die VERNUNFT, die mich davor bewahren möchte, einen Fehler zu machen?
    Nein, das ist eine Antwort aus meiner Komfortzone heraus
  • Die ANGST vor allem Neuen, weil das Bekannte leichter fällt, als neue Wege zu gehen?
    Vielleicht ist das Gefühl mit Angst gewürzt, aber auch die universal-Antwort “ich habe halt Angst, mir fehlt der Mut“ springt für mich zu kurz.
  • Der KOPF, der mir eine Geschichte aus alten Glaubenssätzen erzählt?
    Jetzt wird die Spur heiß: Welche Geschichte erzähle ich mir selber?

Die Herausforderung, mir selber zuzuhören

Es ist gar nicht so einfach, das, was in mir ist, differenziert wahrzunehmen. Mein Gedankenkarussell dreht sich im Kreis und viele Gedanken und Gefühle durchfluten mich. Dass mein Kopf mir eine Geschichte erzählt, erkenne ich es z. B. daran, dass die Gedanken Erklärungen enthalten, warum etwas gerade nicht geht. Ich enttarne mich selber auch, wenn ich erkenne, dass ich eine mir schon bekannte Geschichte wiederhole. Sind schon wieder die Umstände für mich so schwierig? Oder ist es bei meinen Fähigkeiten Quatsch davon zu träumen?

Ich trickse mich selber aus

Gleichzeitig passiert bei mir oft, dass meine Ausweich- und Vermeidungsmechanismen zu Hochtouren auflaufen. Nie war es so wichtig, Marmelade zu kochen oder Wäsche zu waschen (oder was machst du, wenn du dich mit etwas nicht beschäftigen willst?). Um herauszufinden, was in mir wirkt, was mich bremst, ist es nötig, dass ich den Mumm aufbringe, still zu werden, und meiner inneren Stimme zu lauschen. Wie soll ich sonst erkennen, dass der richtigen Moment da ist?

Dahinter liegt …

Wenn ich in die Stille gehe und endlich wieder ehrlich zu mir bin, habe ich die Chance, das zu hören, was dahinter liegt. Unter den Argumenten der Vernunft, dem Gefühl der Angst und all den Geschichten, die ich mir und anderen erzähle, liegt meine Sehnsucht. In mir liegt ein unermesslicher Schatz, den nicht nur entdecken kann, wenn ich mir gestatte zur Ruhe zu kommen und hinzuhören.

… meine Sehnsucht

Wenn ich mir selber zuhöre, die unterschiedlichen Aspekte in mir zu Wort kommen lasse, habe ich die Chance, meine Sehnsucht zu spüren. Wenn ich in Kontakt mit meiner Sehnsucht komme, werden die Vernunft und der Kopf leiser. Ich habe die Möglichkeit zu erkennen, was Ausweich-Argumente aus der Komfortzone sind und welche Geschichten ich mir erzähle. Und ich kann erleben, dass meine Sehnsucht mein Kompass sein kann, nach dem ich meinen Lebensweg ausrichte.

Wenn ich meiner Sehnsucht folge, führt sie mich in die Richtung, in der ich Freude, Fülle und Erfüllung erfahren kann. Gebe ich meiner Sehnsucht wieder Raum und eine Stimme, kann sie die Hilfe sein, die ich brauche, um Hindernisse im Außen oder innen zu überwinden. Und: meine Sehnsucht erkennt, wann der richtige Moment da ist.

Es ist nicht immer leicht

Die Stimme meiner Sehnsucht in mir zu hören, ist ein nicht immer leichtes Geschenk. Denn der Verstand, die Angst und der Kopf melden sich und reden immer wieder rein. Bei mir sind die Klassiker der inneren Sätze:
“Dafür bin ich zu klein“
“Ich kann das nicht“
“Auf mich haben die gerade noch gewartet“
Diese Liste von begrenzenden Glaubenssätzen könnte ich weiter ergänzen. Vielleicht kennst du den ein oder anderen Satz von dir oder kennst deine eigenen inneren Glaubenssätze.

Die Herausforderung ist es, trotz der Gedanken und Gefühle von “ich kann das nicht“ (oder welcher Glaubenssatz bei dir am stärksten ist) dennoch in Richtung deiner Sehnsucht zu gehen. Der richtige Moment ist immer Jetzt. Wenn ich meine Sehnsucht spüre, ist der richtige Moment da, um loszugehen.

Der Trick, den richtigen Moment zu erkennen

Wie kannst du dich trotz der begrenzenden Gedanken dennoch aus der Warteposition lösen und losgehen? Es ist gut und wichtig, die große Vision im Kopf oder im Herzen zu haben. Und dann löse dich von dem großen Ganzen und konzentriere dich auf die Richtung, in die deine Sehnsucht dich zieht. Definiere den nächsten und vielleicht auch den zweiten Schritt, aber höre auf, dir einen Plan für den ganzen Weg zu suchen. Je mehr du planst und Szenarien überlegst, desto schwerer wird das losgehen. Du richtest es dir in der Warteposition ein, während du wundervolle Pläne machst.

Die Sehnsucht in Scheiben schneiden

Statt in der Wartehalle deines Lebens zu sitzen, komme ins Tun. Schneide deine Sehnsucht in Scheiben: Was ist der nächste Schritt? Und dann: geh los in Richtung deiner Sehnsucht. Mache diesen einen Schritt, mehr ist nicht nötig. Sei gewiss, der Impuls den nächsten Schritt zu machen kommt, dafür brauchst du keinen Masterplan. Und du kannst unterwegs deinen Kompass neu justiere und dich neu ausrichten, ob die Richtung für dich noch passt. Lass das große Endziel los und sei im Jetzt und beim nächsten Schritt. Du wirst überrascht sein!

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: Koffer, Person, Glücklich © josealbafotos (pixabay CC-0)

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