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Das Geheimnis des nächsten Schritts

Fußspuren im Sand zeigen den nächsten Schritt.
Lesezeit: 3 Minuten

Schritte ins Unbekannte – das Schöne und das Schwere

Neue Wege zu gehen, macht das Leben bunt und bringt neue Abenteuer. Ein neuer Anfang birgt einen Zauber, der meinen Tank mit Mut auffüllt. Das habe ich so schon erlebt. Die neuen Schritte liefen sich wie von selbst und der Weg hat sich unter meinen Füßen entfaltet.

Veränderungen können auch beängstigen oder überfordern. Neue Wege können sich schwer anfühlen, auch wenn ich selber entschieden habe, sie zu gehen. Viele Fragen drehen sich beim mir im Kopf:

  • Wo fange ich an?
  • Wie soll ich all das schaffen, dass es an Neuem zu bewältigen gilt?
  • Was muss ich überhaupt alles angehen?

Der Berg, der vor mir liegt

Etwas Neues zu beginnen kommt mir wie ein riesiger Berg vor. Der Weg erscheint mir unendlich lang und voller unvorhersehbarer Ereignisse. Die Komplexität der Themen überwältigt mich. Wie kann ich jetzt die richtige Entscheidung treffen, wenn ich doch gar nicht weiß, was hinter der nächsten Biegung auf mich wartet?

Mein Verstand …

Wenn es darum geht Inhalte und Themen zu analysieren und zu strukturieren ist der Verstand wichtig. Dabei ist er ganz in seinem Element. Gib mir eine Aufgabe oder Ziel und mein Verstand baut den Weg dahin. Kommen emotionale Aspekte hinzu, tut sich mein Verstand wirklich schwer. Und gleichzeitig ist es eine Illusion, dass es Bereiche gibt, in denen keine Emotionen involviert sind. Dieses Thema möchte ich heute nicht vertiefen. Darüber schreibe ich ein anderes Mal ;-).

… ist keine große Hilfe

Gilt es, sich auf Neues einzulassen und Wege zu gehen, die ich vorher noch nicht gegangen bin, ist mein Verstand keine große Hilfe. Mit Neuem tut er sich schwer, das ist durch die Evolution bedingt. Früher waren Veränderungen stets mit direkter Lebensgefahr verbunden. Wenn ich nun für einen neuen Weg die nötigen Schritte mit meinem Verstand analysieren möchte, komme ich an Grenzen. Der Verstand sieht den ganzen Berg, der an Entscheidungen und Schritten nötig ist.

Worum es nicht geht

Zukünftige Schritte sind mit heutige nötigen Schritten verbunden und hängen davon ab. An dieser Komplexität scheitert mein Verstand. Meine inneren Ressourcen scheinen zu gering zu sein, um das anstehende Knäuel zu entwirren. Und so stehe ich immer wieder vor vermeintlich unlösbaren Aufgaben. Dabei habe ich eines übersehen: es geht nicht darum, im Vorfeld alles zu entwirren, auch wenn mein Kopf sich noch so sehr Struktur und Klarheit wünscht. Das Leben lässt sich nicht in planbare Strukturen einteilen.

Die Illusion der Kontrolle

In mir rufen laute Stimmen: „Doch, in der Vergangenheit hatte ich alles im Blick“. Ich hatte mein Leben im Griff und stand nicht vor so einem Knäuel von Möglichkeiten, inneren Glaubenssätzen, Ratschlägen von Außen und Verwirrung im Innern. Zumindest dachte ich, ich hätte die Kontrolle über die Schritte meines Lebens. Das war jedoch eine Illusion. Kontrolle über mein Leben ist gar nicht möglich. Wie soll ich etwas kontrollieren, das mit allem verwoben ist, das auf ein inneres, unbewusstes Ziel und eine Bestimmung meiner Seele hinläuft. Diese kann ich mit meinem irdischen Wesen jedoch nie vollständig erfassen. Das genau ist das Geheimnis des Lebens für mich.

Zwei verschiedene Wege

Es gibt zwei Möglichkeiten, warum ich das Gefühl habe, die Schritte in meinem Leben kontrollieren zu können. Beide sind jedoch Illusionen von Kontrolle, keine wirkliche Kontrolle.

  1. Ich bin komplett im Fluss mit meinem Leben.
    Damit meine ich, dass ich keinen Widerstand aufbaue, gegen das, was sich in meinem Leben zeigen will. Ich akzeptiere, das was ist und fließe mit dem Strom. Ich surfe die Welle auf meinem Lebensfluss.
  2. Ich habe mein Leben eingemauert.
    Wie ein Fluss, der zu einem ganz gerade verlaufenden Kanal gebaut wird, plane ich in meinem Leben alles vor. So verhindere ich jede Spontanität. Mein Leben ist vorhersehbar, weil ich ihm ein so enges Korsett an Planung anlege, in dem ich Anfang Januar schon weiß, was ich am letzten Montag im März zum Mittagessen esse. Die Lebensfreude hat bei mir während dieser Art des Lebens nur noch selten vorbeigeschaut.

Wie finde ich die richtigen Schritte?

Wenn Kontrolle des Lebens nicht möglich ist, wie gehe ich mit dem Berg an Möglichkeiten, der Komplexität des Lebens um?

Der Trick ist ganz einfach: gib auf!

Gib auf, dass es etwas richtig zu machen gilt.
Gib auf, keine Fehler machen zu dürfen.
Gib auf, dein Leben kontrollieren zu wollen.

Vertraue stattdessen auf den nächsten Schritt. Das ist die einzige Frage, die du dir beantworten musst: Was ist dein nächster Schritt? Nicht der übernächste Schritt, nicht der Schritt, der in zwei Monaten nötig ist. Du brauchst dich immer nur um den nächsten Schritt zu kümmern. Ein weiterer Schritt, mehr nicht. So einfach kann das sein.

Es geht immer nur, um den nächsten Schritt.

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: Fußabdruck, Schritt, Impressum © bluebudgi (pixabay CC-0)

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