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Du kannst dein Leben nicht vorspulen

Ein Auto fährt in einem Tunnel - ein Synonym für ein Leben, das ich vorspulen möchte.
Lesezeit: 2 Minuten

Dunkle Zeiten

In dunklen Zeiten möchte ich die schweren Gefühle am liebsten einfach weg schicken. Ich möchte sie nicht fühlen. Wenn ich traurig, einsam oder hilflos bin, wünsche ich mir, dieser Moment soll möglichst schnell vergehen. Ich will den Moment nicht so, wie er ist.

Was ich mir stattdessen wünsche

Statt der Schwere wünsche ich mir in dem Moment Leichtigkeit und Zuversicht. Ich hadere mit dem, was ist. Kann mein Leben nicht nur aus schönen Momenten und Gefühlen bestehen? Ich wünschte, mein Leben wäre immer voller Liebe, Glück und Freude. Bücher versprechen so etwas doch. Und in Kinofilmen sind die Menschen am Ende immer glücklich und alle Probleme sind vorbei.

Schlechte Nachrichten

Leider habe ich schlechte Nachrichten für mich und dich: Du kannst dein Leben nicht vorspulen.

Auch wenn ich mir noch so sehr wünsche, dass die Schwere und die Zweifel verschwinden, werde ich sie nicht wegzaubern können. Sie gehören zu meinem Leben dazu. Wenn ich mich aus dem Moment oder der Phase des Leids wegträume oder es schön rede, geschieht nur eins: Ich verlasse das Jetzt – den einzigen Moment in dem das Leben geschieht.

Die gute Nachricht

Allerdings habe ich auch eine gute Nachricht. Wenn es für dich gerade schwer ist, sei gewiss: Es geht vorbei. Phasen des Leids, der Zweifel und der Schwere gehören zum Leben dazu.

Das gilt jedoch auch für Phasen der Freude und Leichtigkeit. Und auch diese gehen vorbei. So wie der Tag der Nacht folgt, kommen nach dunklen Zeiten wieder leichtere Tage. So wie nach Sonnenschein Regen kommt, werden schwere Tage die beschwingten ablösen. Das ist der Rhythmus und Kreislauf des Lebens.

Es ist Teil deines Lebens

Mach dir bewusst: Das Dunkle UND das Helle sind Teil von dir. Sperrst du einen Teil aus, sperrst du das Leben aus. Alle Gefühle wollen gefühlt werden. Sie sind Teil von dir.

Und gleichzeitig sind Gefühle wie Wetter. Lade sie ein und nimm sie als das an, was sie sind. Und dann lass sie weiter ziehen. Gib ihnen nicht mehr Raum, als sie im Jetzt benötigen. Wenn du noch tagelang über den Regen jammerst, trübst du dir selber den Sonnenschein.

Halte nicht fest

Genauso ist es, wenn du an den schweren Gefühlen festhältst. Wenn du in der Geschichte verharrst, die du dir selber und anderen dazu erzählst, bleibt das schwere Gefühl bei dir. Blickst du auf das, “was dir angetan wurde”, “wie ungerecht das Leben zu dir ist” und beschwerst du dich darüber, dann beschwerst du dein Leben. Du hältst die Schwere fest.

Der Blick auf die Fülle

Du selber wählst den Blickwinkel, aus dem du auf dein Leben schaust. Du hast jeden Tag die Möglichkeit deinen Fokus auf das zu richten, was in deinem Leben gut ist, für das du dankbar sein kannst. Ich meine damit nicht, dass du das, was ist oder nicht ist, schön redest. Die schweren Tage sind ebenso Tage deines Lebens. Du kannst sicher sein, dass dein Leben einem Rhythmus folgt. Du darfst darauf vertrauen, dass die Leichtigkeit der Schwere folgen wird. Mit dieser Gewissheit kannst du das “schwere Wetter” deines Lebens bewusst erleben und als Teil deines Lebens zulassen.

Und bis die Leichtigkeit die Wolken wieder bei Seite schiebt, ist es deine Entscheidung, auf was du dein Leben ausrichten möchtest: auf die Schwere, die Sorgen und die Enge oder auf die Fülle und Möglichkeiten in deinem Leben? Du entscheidest!

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: Auto, Autobahn, Straße © ThomasWolter (pixabay CC-0)

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