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Wie stehst du zu dir?

Übereinander geschlagenen Füße sind zu sehen. Bist du in Bewegung oder stehst du still?
Lesezeit: 2 Minuten

Man kann doch zu sich stehen, wie man will,
die meisten stehen lebenslänglich still;
der Wind bläst ihnen ständig ins Gesicht,
doch aufzufliegen trauen sie sich nicht

(Heinz Rudolf Kunze)


Das Lied von Heinz Rudolf Kunze “Man kann doch zu sich stehen, wie man will” ist mir in den letzten Tagen zufällig in den Kopf gekommen; und insbesondere die vier Zeilen oben. Wie ist es bei dir? Wie stehst du zu dir?

Mal so, mal so

Wenn ich für mich die Frage beantwortete, wie ich zu mir stehe, dann wäre die Antwort “Mal so, mal so.” Es gibt Tage, da stehe ich für mich ein. An diesen Tagen fühle ich meinen Wert, ich bin selbstbewusst und habe Selbstwertgefühl. Und es gibt Tage, da fehlt mir dieses Gefühl. An diesen Tagen fühle ich mich klein und spüre mich kaum.

Wie viel Bewegung ist in deinem Leben?

Was ich von mir nicht sagen kann, ist, dass ich still stünde. In meinem Leben ist viel Bewegung, zumindest in den letzten Jahren. Es gab auch Zeiten in meinem Leben, da war kaum Bewegung da. Da hätte die Zeile “die meisten stehen lebenslänglich still” auch auf mich gepasst. Ich bin sehr froh, dass diese Zeiten vorbei sind, denn Stillstand ist gefährlich. Wenn im Körper alles still steht, ist der Mensch tot. Wenn das Leben stillsteht, bist du auch fast tot. Das Leben ist Bewegung, es will Bewegung und Veränderung sein.

Die Angst vor dem Auffallen

Was hat mich an Bewegung und Veränderung in meinem Leben gehindert? Ich wollte früher nicht auffallen. Mein Leben war dann gut, wenn es zur Norm gepasst hat. Montags zur Arbeit gehen, auf Freitag warten. Und am Wochenende habe ich auf den Urlaub gewartet. Es war ein Leben in Warteschleife. Damals hat es sich richtig angefühlt, denn damit bin ich nicht aufgefallen. So haben alle um mich herum gelebt.

Aber lebendig hat es sich nicht angefühlt. Ich habe darauf gewartet, dass in meinem Leben etwas passiert. Ich habe mir gewünscht, dass mein Leben endlich losgeht.

Die Angst vor Bewegung

Ich hatte die Handbremse angezogen. Ich hatte Angst davor, was passiert, wenn ich loslasse, wenn ich mich einlasse, auf das, was möglich wäre. Was wäre möglich, wenn es mir völlig egal wäre, was andere von mir denken? Wenn es egal wäre, was vermeintlich „normal“ ist?

Auch heute habe ich zwischendurch Angst davor, was geschehen wird, wenn ich dem Leben wirklich vertraue. Dann ist mein Wunsch zu kontrollieren stärker als mein Vertrauen. Ich stehe vielleicht nicht lebenslänglich still, aber immer wieder mal. Denn ich nähre die Angst, statt das Vertrauen.

Um abzuheben, ist Gegenwind nötig

So paradox es klingt: physikalisch gesehen ist Gegenwind nötig, um abzuheben. Der Wind schafft dir den nötigen Auftrieb. Und so ist es im Leben auch: ich brauche ein kleine Schwelle, über die ich drüber muss, ein bisschen Angst, dass mich zögern lässt. Das ist mein Gegenwind. Und wenn ich dies überwinde und trotzdem den nächsten Schritt gehe, dann kann ich abheben. Und alles, was ich dafür brauche, ist Vertrauen ins Leben.

Der nächste Schritt

Der nächste Schritt muss kein bahnbrechender Durchbruch sein. Es muss auch von außen nicht als großer Schritt erkennbar sein. Aber der nächste Schritt ist der Entscheidende. Denn es zählt immer nur der nächste Schritt. Bleib niemals stehen in deinem Leben. Wenn du stets weiter gehst, ist etwas Wichtiges sichergestellt: wenn du weiter gehst, schaust du nach vorne. Um nach hinten zu schauen, musst du stehen bleiben. Sonst fällst du auf die Nase.

Nicht mehr vertagen und verschieben

Mache dir bewusst, dass dein Leben nur nach vorne passiert. In der Rückschau kannst du nur Vergangenes erinnern, aber nicht dein Leben leben. Also schau nach vorne und höre auf zu vertagen. Irgendwann kommt nicht. Es gibt immer nur das Jetzt! Leg los, lebe dein Leben und hebe ab! Vertraue auf den Gegenwind, vertraue auf dein Leben.

Weil ich das Lied wirklich mag, habe ich es hier für dich eingefügt:

 

Wie stehst du zu dir?
Vertraust du dem Leben oder lebst du lieber angepasst und “normal”?

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: Füße, Beine, Stehen © PublicDomainArchive (pixabay CC-0)

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