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Der Sinn

Lesezeit: 2 Minuten

„Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben – aber es hat nur ganz genau so viel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind.“
Hermann Hesse

Auf der Suche nach dem Sinn

Während einer schwierigen Phase meines Lebens, habe ich händeringend nach dem Sinn gesucht. Warum bin ich hier? Was ist meine Aufgabe? Was ist meine Berufung?

Ich habe erwartet, dass eine Klarheit kommt, die mir den Weg zeigt. So wie Ärzte oder Lehrer vielleicht diesen inneren Drang haben, Menschen zu heilen oder Kinder zu unterrichten. Vielen ist oft schon als Kind klar, was sie in ihrem Leben später machen möchten. Bei mir war das nicht so. Also habe ich gesucht.

Anders, als gedacht

Und ich habe ihn auch gefunden. Aber es war ganz anders, als gedacht. Es war kein Erleuchtung und mein Weg lag klar ausgelegt vor mir. Sondern es waren viele einzelne und kleine Schritte. Es mag die Menschen geben, die eine Berufung erfahren und danach nie wieder vergessen können, wozu sie berufen sind. Aber es gibt auch Menschen, die nach und nach erkennen, was für sie Sinn ergibt.

Geben und Sinn

Denn nicht das Leben ergibt einen Sinn, sondern ich gebe meinem Leben Sinn. Und ich bin zutiefst überzeugt, dass ich in meinem Leben Sinn erfahre, wenn ich bereit bin zu geben. Sammeln und raffen und immer mehr Materielles anhäufen, erfüllt nicht das Leben. Sondern es überdeckt die innere Leere. Ich habe versucht meine Sehnsucht nach Sinn mit Shoppen und Sauna zu füllen. Doch das hat nicht geklappt. Erst als ich begonnen habe, in der gebenden Richtung zu leben, habe ich selber Fülle erlebt.

Die gebende Richtung

Was meine ich mit „gebender Richtung“? Anders als bei der Suche nach dem nächsten Schnäppchen und dem kurzen Glücksgefühl nach dem Shoppen, liegt im Geben ein Zauber. Ich entdecke im Geben eine Fülle in mir, von der ich nichts wusste, als ich meine innere Leere noch mit Dingen von Außen füllen wollte. Wenn ich in der gebenden Richtung lebe, geht es nicht mehr darum, zu bekommen, sondern das Geben steht im Mittelpunkt. Ich schaue nicht mehr auf den Mangel, auf das was fehlt,  sondern richte mich darauf aus, wie ich mich und meine Gaben einbringen kann.

Und Geben ist oft nicht schwer. Am Mittwoch hatten wir ein Team Meeting und ein Kollege hatte am nächsten Tag einen wichtigen Termin, für den er noch etwas vorbereiten musste. Ich kannte mich mit dem Thema gut aus und bot ihm an, dass ich ihm ein paar Tipps geben könne. Nach seinem Termin am nächsten Tag meldete er sich und sagte, dass es sehr gut gelaufen sei und er nicht wisse, wie er sich bei mir bedanken könne. Ich schrieb ihm zurück: „Danken kannst du mir, indem du irgendwann mal jemand anderem hilfst.“

Meine Aufgabe

Nicht immer habe ich die Zeit Kraft oder Geduld anderen zu helfen, wenn sie es brauchen. Es ist auch nicht nötig, meine Bedürfnisse stets hintenan zu stellen, damit es anderen gut geht. Ich darf mich genauso wichtig nehmen, wie andere Menschen.

Aber es ist meine Aufgabe, ein guter Mensch zu sein. Es ist meine Aufgabe, meinem eigenen Leben Sinn zu geben. Und nur, wenn ich meine eigene Verantwortung erkenne, höre ich auf, vom Leben einen Sinn zu verlangen.

Das Leben

Das Leben bietet Chancen und Möglichkeiten. Manchmal werden sie mir präsentiert, und manchmal muss ich mir diese Chancen hart erarbeiten.

Ich kann sie nutzen, ich kann sie vorbeiziehen lassen. Das ist meine Entscheidung.

Und ebenso ist es meine Entscheidung, wie ich mein Leben heute gestalte. Ich habe für mich entschieden, was ein relevantes Entscheidungskriterium ist: Auf welches Leben möchte ich einmal zurückschauen? Was für ein Mensch möchte ich am Ende meines Lebens sein?

Und alles, was ich heute tue und nicht tue, zahlt genau darauf ein. Heute! Nicht morgen, nicht nächste Woche oder nächstes Jahr.

 

Wie nutzt du deine Chance, ein guter Mensch zu sein?
Wie erfährst du Sinn in deinem Leben?

 

Bildnachweis: Herbst, Blatt, Zweig @ MabelAmber (pixabay CC-0)

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