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Wie füllst du deine innere Leere?

Eine Straße unter schweren Wolken führt bis zum Horizont und steht sinnbildlich für die innere Leere.

Tell me somethin‘, girl
Are you happy in this modern world?
Or do you need more?
Is there somethin‘ else you’re searchin‘ for?

I’m falling
In all the good times I find myself
Longin‘ for change
And in the bad times I fear myself

Tell me something, boy
Aren’t you tired tryin‘ to fill that void?
Or do you need more?
Ain’t it hard keeping it so hardcore?

Lady Gaga, Shallow


Erzähle mir etwas von dir, Mädchen.
Bist du glücklich in dieser modernen Welt?
Oder brauchst du mehr?
Gibt es noch etwas anderes, nach dem du suchst?

Ich falle
In all den guten Zeiten
sehne ich mich nach Veränderung.
Und in den schlechten Zeiten fürchte ich mich vor mir selbst.

Verrate mir etwas, Junge.
Bist du es nicht leid, diese Lücke zu füllen?
Oder brauchst du mehr?
Ist es nicht schwer, so ‘hardcore’ zu sein?


Lesezeit: 4 Minuten

Shallow

Der Text aus dem Lied “Shallow” von Lady Gaga aus dem Film “A Star is born” geht mir seit Wochen immer wieder im Kopf herum. Insbesondere die ersten beiden Strophen beschäftigen mich. Ich frage mich selber: kenne ich nicht auch diese Leere in mir? Erlebe ich nicht auch immer wieder eine Sehnsucht, die nach Erfüllung strebt?

Sehnsucht wonach?

Wonach sehne ich mich? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Es sind zum Teil ganz einfache Dinge:

  • ein Zuhause voller Wärme und Geborgenheit;
  • liebende Menschen um mich;
  • Nähe, Freundschaft, Liebe.

Das sind Bedürfnisse, die jeder Mensch hat. Aber ist die Sehnsucht, die Lücke in mir ausgefüllt, wenn diese Bedürfnisse gestillt sind?

Ja und nein

Die innere Leere kann durch ein Zuhause, Liebe und Geborgenheit gefüllt werden. Eine Familie zu versorgen kann sicher eine Zeit lang erfüllend sein. Ich weiß das nicht, da ich keine Kinder habe. Aber ich kann mich hineinversetzen, dass es den Tag und auch das Herz füllt.

Zum anderen glaube ich, dass jeder in seinem Leben danach strebt, sich selber zu entfalten. Die Versorgung Anderer kann für eine gewisse Zeit im Leben eine erfüllende und Zeit füllende Aufgabe sein. Ob die innere Sehnsucht dadurch erfüllt wird, vermag ich nicht zu sagen. Definitiv ist sie ist zeitlich begrenzt. Wenn die Kinder kurz davor sind, aus dem Haus zu gehen, und weniger Zeit in Anspruch nehmen, wird die innere Stimme oft wieder lauter: die Sehnsucht, der Wunsch, die innere Leere zu füllen, meldet sich.

Innere Leere klingt schwer

Das Wort Sehnsucht hat für meine Ohren einen positiveren Klang als innere Leere. Wie immer du es nennen möchtest, ich meine damit die leise (oder manchmal auch sehr klare und laute) Stimme des Herzens, die sagt: “Da muss es noch mehr geben. Das kann noch nicht alles gewesen sein.” Das umschreibt für mich diese Sehnsucht oder innere Leere, die gefüllt werden möchte.

Ein erfülltes Leben

Wenn ich in vielen, vielen Jahren auf mein Leben zurückschaue, möchte ich vor allem eines sagen können: ich habe ein erfülltes Leben gelebt. Und da ist es wieder: “erfüllt”. Ich habe meine innere Leere gefüllt. Ich habe meine Sehnsucht erfüllt.

Was die Leere nicht füllt

Vor einigen Jahren habe ich diese Lücke auch schon gefühlt. Ich habe versucht sie zu füllen. Die Leere in mir ließ sich nicht füllen mit

  • Fernsehen oder Internet
  • Essen, Süßigkeiten, Alkohol
  • Sport oder Freizeit-Aktivitäten, die die Zeit füllen
  • Warten auf
    • den Traumprinze
    • besseres Wetter
    • einen anderen Chef
    • …oder auf was ich in meinem Leben schon gewartet habe.

Bewegung in der Natur oder schöne Unternehmungen mit Freunden oder der Familie können durchaus das Herz füllen, ich kann Verbundenheit und Nähe spüren. Aber meine innere Sehnsucht, die innere Leere hat es für mich nicht gefüllt.

Ich habe bei allem, was ich tat, darauf gewartet, dass sich etwas verändert. Die Stimme in mir hat gerufen “das kann noch nicht alles sein”. Aber mir hat der Mut gefehlt, mich auf den Weg zu machen.

Die eigene Sehnsucht kennen

Es ist nicht einfach, die eigene Sehnsucht zu erkennen. Ich habe meine Freundin sehr beneidet, die schon in der Schule wusste, dass sie Ärztin werden möchte. Ob das ihre innere Sehnsucht ist, weiß ich nicht. Der Weg, Arzt zu werden, ist ein langer, für den Disziplin und Durchhaltevermögen nötig ist. Daher denke ich, dass dafür schon einiges an innerem Feuer nötig ist, um diesen Weg zu Ende zu gehen.

Wofür brenne ich?

Ich habe die Antwort darauf, was meine Berufung ist, noch nicht gefunden. Berufung ist für mich die lauteste Art meines Herzens mir meine Sehnsucht mitzuteilen. Das Gute ist: Es ist nicht notwendig, die eigene Berufung zu kennen. Eine Jagd nach der Berufung kann das Leben begrenzen und unnötig schwer machen.

Wirklich wichtig ist, dass ich in meinem Leben etwas mache, das mich erfüllt – egal, ob es meine Berufung ist oder nicht. Und ich habe auf mein Herz gehört und bin losgegangen. Ich bin nicht stehen geblieben in einem Leben, in dem ich am Montag auf den Freitag gewartet habe und am Wochenende auf den nächsten Urlaub.

Der “Lebens-Modus” entscheidet

Es spricht nichts gegen Vorfreude auf etwas. Aber ein Leben im „TGIF-Modus“ (TGIF = Thank God It’s Friday), ist ein Leben mit angezogener Handbremse. Nein, es ist ein Leben, in dem ich noch nicht einmal in das Auto eingestiegen bin. Es gibt noch gar keine Handbremse, die ich lösen könnte. Es ist ein Leben, in dem ich stets auf etwas warte, ein Leben wie in einer Wartehalle. Und ein Leben in einer Wartehalle kann in der Rückschau am Ende des Lebens sich nicht erfüllt anfühlen.

Der Lebens-Modus, den ich heute vorwiegend lebe, ist der Abenteuer-Modus. Das Leben ist ein Abenteuer, in dem es immer wieder etwas zu erleben und zu lernen gibt.

Nun zu dir

Warum schreibe ich das auf? Ich bin unterwegs, die Lücke in meinem Inneren zu füllen. Mit Mut zur Stille und den Dalmanuta Meditationsabende bin ich in Kontakt mit Menschen. Ich berühre sie, unterstütze sie dabei, in Kontakt mit sich selber zu kommen. Das erfüllt mein Herz.

Mit diesem Artikel möchte dich zum Nachdenken und vor allem dazu anregen, in dich hinein zu spüren:

  • Kennst du auch diese Lücke in dir, von dem das Lied handelt?
  • Hast du deine innere Stimme gehört, die sagt “das kann noch nicht alles gewesen sein”?
  • Bist du schon unterwegs in Richtung zu deiner Sehnsucht oder fehlt dir noch der Mut?

Nur Mut

Auch ich stand in meinem Leben an Momenten, in denen ich meine innere Leere versucht habe im Außen zu füllen. Ich möchte dich ermutigen, deinem Herzen zuzuhören. Damit fängt es an. Damit fängt alles an. Komme wieder in Kontakt mit dir, mit deinen Gefühlen, deinen Ängsten, deiner Sehnsucht. Wenn du anfängst dir – mit allem was in dir ist – Raum zu geben, wird die Stimme deines Herzens lauter werden. Und damit kommt der Mut, deinen eigenen Weg zu gehen.

Wenn der Impuls kommt, geh’ los

Diesen Weg in Richtung deines Herzens zu gehen, ist nicht einfach. Wenn du dir Hilfe oder Unterstützung brauchst, wird sie kommen. Sie kommt allerdings nicht zu dir nach Hause ans Sofa. Es ist nötig, dass du rausgehst. Geh tanzen, bewege dich in der Natur, singe, meditiere, sprich mit Menschen. Tu, was auch immer dein Herz berührt.

Fülle deine innere Leere

Wieder mit deinem Herz in Kontakt zu kommen, ist der erste wichtige Schritt. Das ist ein Schritt auf dich zu, mitten hinein in dein Leben. Und mitten in deinem Leben kommt vielleicht auch für dich die Erkenntnis: Deine innere Leere will im aktiven Kontakt mit anderen Menschen oder anderen Lebewesen gefüllt werden. Neben dem Kontakt mit dir selber ist der vielleicht wichtigste Teil des Menschseins, etwas für und mit Menschen zu tun. Mit Anderen erfahren wir das, wonach wir uns sehnen: Kontakt, Austausch, berühren und berührt werden.

Etwas für andere zu tun, ist vielleicht genau der Schlüssel, um die innere Leere zu füllen.

Kennst du auch eine innere Leere, eine Sehnsucht in dir?
Wie antwortest du deiner inneren Stimme, wenn sie sagt “das kann noch nicht alles sein”?

 

Hier findest du Informationen und Kontaktmöglichkeiten für Meditationsabende und (Reiki)Seminare, die dich auf deinem Weg zu deiner Sehnsucht unterstützen können:

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: Straße, Woken, Himmel © Anne Poger (alle Rechte vorbehalten)

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