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Die „ich muss“-Falle

Lesezeit: 2 Minuten

Normale Sätze

“Ich muss heute noch meinen Artikel schreiben”, “ich muss unbedingt noch den Garten gießen” oder “ich muss noch unbedingt das Telefonat führen”. Ganz normale Sätze oder etwas nicht? Die Wendung “ich muss” ist schnell ausgesprochen und üblich in unserem Alltag. Aber dieser Satz macht etwas mit deinem Unterbewusstsein.

Habe ich eine Wahl?

Sätze mit “ich muss” machen mir unterbewusst Stress. Ich scheine keine Wahl zu haben, bin gezwungen genau das zu tun. Aber ist das wirklich so? Habe ich keine Wahl?

Oft stimmt es gar nicht. Ich habe sehr wohl die Wahl. Ich müsste heute Abend diesen Artikel nicht schreiben. Es steht niemand mit einer geladenen Waffe hinter mir, der mich zwingt, das zu tun. Woher kommt also der Zwang und Druck?

Selbst gemacht

Wie so oft bin ich es selber, die mir mit inneren Sätzen, die mit “du musst” beginnen, Druck macht. Ich habe Erwartungen an mich selber. In meinem Kopf ist wie ein Abbild der äußeren Welt eine innere Welt, die mir vorgibt, wie es zu sein hat. In dieser “perfekten” inneren Welt gibt es keine Diskussion. Ich muss den Erwartungen gerecht werden.

Verbindung im Gehirn

Ein Satz, der mit „ich muss” beginnt, ist im Gehirn mit etwas negativem belegt. Es schwingt ein Zwang und eine Einengung bei dieser Formulierung mit.

Der gleiche Satz macht etwas ganz anderes mit mir, wenn er mit “ich will” beginnt. “Ich will einen neuen Artikel für Montag früh schreiben” oder „ich will den Garten gießen” hat eine völlig andere Energie. Es ist mein Wunsch, mein Ziel. Und dafür bin ich bereit, Opfer auf mich zu nehmen. Denn ich will es.

Verhandlungsmasse

Mein Lehrer hat mir den Satz gegeben: “Mein Wille ich nicht verhandelbar.” Und dieser Satz ist für mich absolut wahr. Mein Wille ist noch nicht einmal mit mir selber verhandelbar. Ich will, dass jeden Montag morgen ein neuer Artikel in meinem Blog erscheint und ich will, dass es meinen Pflanzen im Garten gut geht.

Die Macht der Worte

Worte sind unglaublich mächtig. Worte, die Menschen zueinander sagen, haben große Macht und können viel bewegen. Sie können berühren, sie können verletzen und sie können heilen. Worte, die ich zu mir selber sage, habe die gleiche Macht.

Welche Worte sprichst du zu dir selber? Berührende Worte oder heilende Worte? Oder doch oft auch verletzende oder fordernder Worte?

Innere Wahrheit

Mein Herz kennt meine innere Wahrheit. Ich weiß, dass mir bestimmte Dinge wichtig sind, auch wenn ich momentan keine Lust darauf habe. Um mich zu zwingen, setze ich mich selber unter Druck mit Sätzen, die mit “ich muss …” beginnen.

Nehme mich mir etwas Zeit und Raum, um die Wahrheit meines Herzens zu spüren, wird aus vielen “ich muss” ein “ich will”. Und mit dem “ich will” kommt Kraft, Motivation und Freude. Denn ich tue das, was ich will. Und wenn kein “ich will” kommt, ist es in Ordnung zu sagen: Das mache ich heute nicht.

Wichtig

Wenn mir etwas wichtig ist, ist es eine enorme Veränderung, es freiwillig und mit Freude zu tun, als es mit Widerwillen zu machen, weil ich es vermeintlich muss.

Meine innere Wahrheit hat überraschenderweise mit meinem inneren Schweinehund nichts am Hut. Sie kennt es nicht, keine Lust zu haben. Meine innere Wahrheit strebt immer nur danach gehört und gelebt zu werden.

Kontakt mit meinem Herzen

Daher ist es für mich sehr wertvoll mit meinem Herz in Kontakt zu gehen und zu erspüren: wie stehe ich zu der anstehenden Aufgabe? Was ist meine Motivation? Ist es mir wichtig, eine Zusage einzuhalten, die ich einem Freund oder auch mir selber gegenüber gegeben habe? Ist es mir wichtig, weil es meiner Wahrheit entspricht und mein Herz erfüllt?

Mit dieser Klarheit wird aus meinem “ich muss” ein “ich will” und all meine Kraft, Inspiration und Motivation sind an meiner Seite, um meinen Willen zu erfüllen.

Aus welchem “ich muss” möchtest du ein “ich will” machen? Was ist dir wichtig? Was entsprich deiner Wahrheit?

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: Maisfeld, Sonnenaufgang, Stoppelfeld © AndreasGoellner (pixabay CC-0)

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