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Welche Talente lebst du?

Lesezeit: 2 Minuten

Was die anderen können

Es gab Zeiten in meinem Leben, da war ich mir sicher, dass ich keine Talente habe. Meine Schwestern konnten gut singen, malen, selber Gedichte oder Lieder schreiben und waren handwerklich sehr geschickt. Das konnte ich alles nicht. So war ich als Kind überzeugt davon, dass ich keine Talente habe.

Was sind Talente?

Für etwas Talent haben, heißt, etwas gut können. Ich habe das stets auf künstlerische Fähigkeiten oder handwerkliches Geschick bezogen. Wenn Menschen etwas kreieren können, haben sie dafür Talent. Oft werden die Worte „Gabe“ oder „Begabung“ synonym verwendet.

Google sagt zu dem Wort Talent „Begabung, die jemanden zu ungewöhnlichen bzw. überdurchschnittlichen Leistungen auf einem bestimmten, besonders auf künstlerischem Gebiet befähigt“. Da lag ich als Kind gar nicht schlecht.

Talentfrei?

Ich bin das jüngste Kind zu Hause gewesen. Meine Schwestern waren alle älter, zum Teil sogar viele Jahre. Als Kind habe ich meine Fähigkeiten zu malen, zu singen oder zu basteln, mit den Fähigkeiten meiner Schwestern verglichen. Nicht überraschend konnte ich als Kind vieles nicht so gut wie meine älteren Schwestern. Aus diesen Erfahrungen hat sich meine Überzeugung geprägt, dass ich keine Talente habe, denn die „Großen“ waren stets besser als ich. Als Glaubenssatz prägte sich dies bei mir als „ich kann das nicht“ ein.

Vergleich macht blind

Indem ich mich mit meinen älteren Schwestern verglichen habe, habe ich meine Fähigkeiten relativiert. Ich habe für mich einen Maßstab im außen genommen und meine Fertigkeiten an den Talenten meiner Schwestern gemessen. Daraus hat sich in mir eine Überzeugung gefestigt: ich kann das nicht so gut, also habe ich kein Talent.

Der Vergleich mit anderen hat mich blind gemacht für meine eigenen Fähigkeiten. Denn ich habe danach gestrebt, so zu singen, zu malen oder zu Handwerken wie meine Schwestern. Solange ich meinen Fokus auf die Talente lege, die ich bei anderen bewundere, kann ich meine eigenen Fähigkeiten nicht sehen.

Was ein Fisch und ein Affe damit zu tun haben

Wenn ich mich und meine Fähigkeiten mit anderen vergleiche, ist es so, als würde ein Fisch sich grämen, dass er nicht so gut auf Bäume klettern kann wie ein Affe. Ja, der Affe kann besser klettern als ein Fisch, aber es ist nicht die Bestimmung des Fisches zu klettern. Das Gute ist: Fische und Affen treffen sich selten, dem Fisch würde es daher nicht in den Sinn kommen, an seinen Talenten zu zweifeln, weil er nicht klettern kann. Warum mache ich es dann?

Kein Fisch

Ich bin kein Fisch und dennoch bin ich anders als meine Schwestern, anders als alle anderen Menschen. Jeder Mensch ist einzigartig und bringt seine einzigartigen Talente und Fähigkeiten mit. Manche Begabungen sind leicht zu sehen oder zu hören, wenn Menschen wunderschön singen oder malen können. Und andere Talente zeigen sich anders. Dennoch sind sie da und bereichern dich und andere, wenn du sie lebst.

Die Ausgangsfrage

Es geht nicht darum, welche Talente ich habe, sondern darum, welche Talente ich lebe. Mit meinem Blog lebe ich meine Fähigkeit meine Gefühle, Erfahrungen und Erkenntnisse in Worte zu fassen. Würde ich diesen Blog nicht schreiben, hätte ich das gleiche Talent, würde es aber nicht nach außen tragen. So lebe ich meine Fähigkeit und erfülle mich und mein Leben.

Was nötig ist

Um dieses Talent zu entdecken, war nur eins nötig: ich habe es einfach gemacht! Ich hatte diesen Traum, habe einige Zeit Anlauf gebraucht, und dann habe ich es einfach ausprobiert. Im Tun habe nicht nur mein Talent entdeckt, sondern ich erlebe auch Freude, die mein Herz erfüllt.

Um deine Talente zu entdecken, gilt das gleiche: fang an! Mache das, was dein Herz erfreut. Und vergiss das Wichtigste nicht: du bist ein Fisch und kein Affe. Vergleiche dich nicht mit anderen. Schaue nicht auf die Talente anderer und kreiere einen Mangel in dir, der gar nicht da ist. Bleibe bei dir und deiner Freude. Und erlebe Freude in deinem Leben, die dein Herz erfüllt.

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: Schleierschwanz, Fisch, Goldfisch © Hans (pixabay CC-0)

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