Menü Schließen

Er-lebe deine Kreativität – Jetzt!

Bunte Farbe ist mit sichtbarer Struktur aufgetragen.
Lesezeit: 4 Minuten

Dennoch

Es gibt Tage, da wollen sie einfach nicht kommen, die Worte. Die Inspiration scheint verloren. All die vielen Ideen scheinen weit weg zu sein. So ein Tag ist heute. Und dennoch sitze ich hier und schreibe. Ich schreibe Worte, die gerade noch gar nicht in meinem Kopf waren.

Jeder, der schon einmal in einem Text um Worte gerungen hat, kennt dieses Gefühl vielleicht. Es scheint keine Inspiration da zu sein und dennoch fließen Worte, wenn man sich hinsetzt und einfach anfängt.

Talent oder Konsequenz?

Viele haben mich schon einmal gefragt: „Woher bekommst du deine Ideen? Ich könnte das nicht, mir würde nicht so viel einfallen.“ Meine Ideen kommen, weil ich sie zulasse. Wenn ich während der Woche einen Impuls habe, dann schreibe ich ihn auf. Das kann ein Lied sein, ein Satz, den ich lese, oder etwas, das ich denke oder fühle. Es kann der Vogel sein, der sich unerwartet in unserem Wohnzimmer verirrt, oder die Rose, die noch spät im Jahr blüht. Was immer mich berührt, hat das Potenzial durch meine Arbeit verwandelt zu werden: in Kreativität, in einen Impuls oder vielleicht sogar eine Inspiration für andere.

Inspiration ist also gar keine große Gabe, sondern es ist viel mehr die Konsequenz und das Dranbleiben. Und es ist eine Methode, wie ich das, was mir im Kopf und Herzen herumgeht, für mich festhalte: Genau in dem Moment, wenn der Impuls da ist, schreibe ich es auf. Sonst ist er weg, der Impuls, der Gedanke oder die Erkenntnis.

Kreativität hat jeder

Und mein Impuls kann für dich wieder Inspiration sein. Das, was vorhin noch nicht einmal in meinem Kopf war, kann nun durch meine Konsequenz und meinen Mut zur Kreativität, als Text in meinem Blog erscheinen, den du gerade liest.

Um Texte zu schreiben, gehört sicher auch Talent dazu, mit Worten umzugehen. Aber die Gabe etwas zu erschaffen, das auch andere wieder berühren kann, hat jeder. Jeder Mensch ist kreativ, das haben wir viel zu oft nur vergessen. Häufig ist es der Mut, der fehlt, diese Gabe zu nutzen oder überhaupt zu entdecken. Glaubenssätze der Vergangenheit stehen im Weg. Innere Sätze wie „du kannst nichts“, „du bist nicht gut genug“ oder „auf dich haben die gerade noch gewartet“ ersticken jeden Impuls, die eigene Kreativität zu leben.

Traue dich

Verbunden sind diese Sätze oft mit der Überzeugung, dass es niemals gut genug sein wird für andere. Ich war früher auch davon überzeugt, dass andere sich niemals dafür interessieren und dass ich selber viel zu unwichtig bin, als dass das, was ich erschaffe, für jemand anderen Inspiration oder Freude sein kann.

Daher schreibe ich meine Texte in erster Linie für mich. Im Moment des Schreibens fühle ich meine Kreativität. Und das ist ein verdammt gutes Gefühl. Viel zu oft bin ich passiv und verharre in der nehmenden Richtung. Ich konsumiere statt zu erschaffen: fernsehen, Hörbuch hören, in sozialen Medien lesen. Lebendigkeit braucht jedoch die gebende Richtung.

Jeder Mensch ist ein kreatives Wesen, das sich entfalten möchte. Auch du! Und dafür ist es nötig, etwas zu erschaffen. Was das ist, ist nicht wichtig. Es gibt nicht besseres oder schlechteres Erschaffen. Für mich kann ich sagen, dass es mein Herz besonders nährt, wenn ich etwas erschaffe, das auch andere Menschen berührt oder berühren kann. Also wenn ich mich traue, hinaus zu gehen und mich zu zeigen.

Der mächtigste Glaubenssatz

Aber auch ein im Alltag oft sehr präsenter Glaubenssatz steht häufig im Weg. Auch du hast diesen Satz sicherlich schon oft gesagt. Der Satz, der die einfachste Ausrede ist, etwas gar nicht erst zu probieren. Kennst du den Satz? Ich verrate ihn dir. Er heißt „ich habe keine Zeit“.

Mit diesem Satz kann dein Kopf reflexartig alle Impulse des Herzens ausbremsen. „Ich könnte ja mal wieder die Gitarre zur Hand nehmen und schauen, ob ich noch spielen kann“. „Dafür habe ich keine Zeit“. „Früher habe ich doch gerne gemalt. Das könnte ich ja mal wieder ausprobieren.“ „Dafür habe ich keine Zeit.“

Der Kopf mag es, den Status Quo zu erhalten. Er möchte stets Energie-sparend unterwegs sein und Neues kostet mehr Energie. Was der Kopf vergisst: Neue Wege zu gehen, gibt auch Kraft. Meinen Impulsen zu folgen und in die gebende Richtung zu kommen, nährt mein Herz, wie es Kuchen oder Fernsehserien nie könnten. Und wenn mir etwas wirklich wichtig ist, dann finde ich Zeit dafür. Vielleicht kann ich momentan nicht das Projekt umsetzen, einen 1000-seitigen Roman zu schreiben, der im alten Ägypten spielt. Aber wenn mir Schreiben wichtig ist, finde ich immer wieder Momente dafür, genau das zu machen, was mein Herz erfüllt.

Löse dich von deinem Anspruch: wenn ich mich schon hinsetze, dann muss es aber perfekt sein. Es wird nie perfekt sein. Nutze stattdessen die Inspiration, wenn sie da ist. Mach dir eine Notiz und nähre dein Herz mit der Sehnsucht, diesem Impuls nachzugehen und deine Kreativität ins Fließen zu bringen.

Ein Geheimnis

Und damit verrate ich dir das Geheimnis, warum es so wichtig ist, in die gebende Richtung zu kommen. Im Geben bekomme ich selber. Viel zu oft tappe ich selber in die Falle, dass ich versuche zu nehmen, wenn mir etwas fehlt. Dabei ist es das Geben, das mein Herz nährt. Jetzt hier diesen Text zu schreiben erfüllt mein Herz mit Freude.

Mich hinzusetzen und aufzuraffen ist oft nicht leicht. Wenn dir jemand sagt, „tue nur noch das, was du liebst, und du wirst nie wieder arbeiten“, ist das eine dicke fette Lüge. Das mag für einige Menschen so gelten. Für mich gilt es nicht. Es ist immer auch Arbeit. Es gehört dazu, dran zu bleiben. Gerade dann, wenn es schwer ist, und die Worte nicht kommen wollen, gilt es, mich hinzusetzen und einfach anzufangen.

Und genauso ist es mit deiner Kreativität. Manchmal kostet es Überwindung sich die Zeit zu nehmen. Manchmal wäre es so viel leichter, einfach auf der Couch liegen zu bleiben. Doch immer, wenn ich ins Tun, in die gebende Richtung komme, erlebe ich diese Zeit als so viel wertvoller, als die Zeit des Nehmens.

Dein Impuls

Und jetzt bist du dran. Welcher Impuls kam dir beim Lesen des Textes? Was wolltest du schon lange angehen, aber es fehlte die Zeit, der Mut oder die Konsequenz. Schreibe diesen Impuls jetzt auf! Und dann hänge dir diesen Zettel an eine Stelle, die du oft siehst. Nähre die Sehnsucht danach und dann nutze den nächsten Impuls, wenn er da ist. Höre auf dein inneres „Jetzt!“ und lass deine Kreativität ins Fließen kommen. Spüre die Kraft und Freude, die im Erschaffen entsteht.

 

Wenn du magst, schreibe in den Kommentar, welcher Impuls dir gekommen ist, wie du deine Kreativität leben wirst.

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: Bunt, Malen, Kreativität © garageband (pixabay CC-0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.