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Auferstehung für das Leben

Sonnenstrahlen sind durch die Bäume zu sehen, vor dem Stamm eines Baumes sind viele Gänseblümchen auf der Wiese. Ein Symbolbild für die Auferstehung.
Lesezeit: 4 Minuten

Eine Geschichte

Was hat Ostern und Auferstehung mit meinem Leben heute zu tun? Ist es nicht nur eine Geschichte aus der Bibel, die früher für die Menschen wichtig war? In den Zeiten, als die Vorfreude auf das Jenseits von den Mühen des Lebens auf der Erde entlohnte. Zeiten, in denen Menschen mit diesem Ausblick und der drohenden Strafe, nicht ins Himmelreich zu gelangen, gefügig gehalten wurden.

Jesus ist am Kreuz für unsere Sünden – eine praktische Erfindung der katholischen Kirche – gestorben. Er hat losgelassen vom irdischen Leben und lag drei Tage tot in einem Steingrab. Am dritten Tag ist er von den Toten auferstanden. Gestern haben wir dieses Tages, der vor mehr als 2000 Jahre war, gedacht. Was bleibt davon außer einer Geschichte?

Die Botschaft heute

Wenn es bei mir doch nur drei Tage Tod gewesen wären. Ich war länger tot, denn ich habe mich nicht getraut, das Leben wirklich zu leben. Angepasst an das, was alle machen, habe ich darauf gewartet, dass sich etwas verändert. Ja ich habe noch gelebt, aber ich war nicht lebendig. Ich bin arbeiten gegangen, habe mich am Montag auf den Freitag gefreut und am Wochenende auf den Urlaub. So wie es sehr vielen Menschen geht. Ich habe die Zeit versucht zu füllen mit Shopping, Serien und Schaumbad. So wie viele Menschen versuchen, etwas Freude und Ablenkung im Leben zu erleben. Aber ich hatte kein erfülltes Leben. Ich habe versucht eine Leere zu füllen und war doch innerlich mehr tot als lebendig.

Drei Erkenntnisse

Um die Auferstehung für das Leben zu erleben, musste auch ich loslassen, so wie Jesus sein irdisches Leben losgelassen hat, um auf ein neues Leben zuzugehen. Ich brauchte diese drei Erkenntnisse, damit mir das Loslassen des Lebens, wie ich es damals führte, gelingt:

1) Nur, weil es normal ist, ist es nicht richtig

Um mich herum ging es vielen Menschen genau wie mir. Wir haben gemeinsam über die Arbeit geschimpft. Am Freitag stieg die Laune, denn das Wochenende war ja endlich nah. „Hoch die Hände, Wochenende“ oder „thank god it’s Friday“ waren die üblichen Sprüche. Endlich Freitag. Endlich frei von der Last einer Arbeit, die für mich keinen Sinn ergab.

Zu erkennen, dass es für mich egal ist, wie die anderen damit umgehen, war ein Durchbruch. Mein Leben muss nur mir gefallen. Auch wenn es normal ist einen Job zu machen, der mich nicht mit Sinn erfüllt, muss ich bei diesem Spiel nicht mitmachen. Ich bin frei, es anders zu machen als die Mehrheit der Menschen um mich herum.

(2) Ich bin kein Opfer

Zu der Zeit gab ich den Umständen die Schuld, warum ich mich so schwer und unfrei fühlte. Scheinbar hatte die Welt sich gegen mich verschworen. Daher habe ich mich beschwert und lamentiert, wie furchtbar das alles ist. Mein Chef war ungerecht, die Arbeit war zu viel, sodass ich keine Zeit für schöne Dinge im Leben hatte. Alle anderen hatten das, was ich mir wünschte. Nur ich nicht. Nur ich kam zu kurz. Ich habe mich als Opfer gefühlt.

Als ich erkannt habe, dass ich mich selber zum Opfer meine Umstände mache, habe ich mich zunächst gewehrt. Das konnte ja nicht sein. Die Umstände sind halt so, wie soll ich etwas verändern. Die Erkenntnis, dass ich Gestalter meiner Umstände bin, hat etwas Zeit gedauert und brauchte Mut. Doch mit der Klarheit über die Macht, die ich besitze, kam der Mut.

Ich habe die Macht mein Leben zu gestalten. Nicht immer in vollem Ausmaß. Ich kann nicht 1,85 m groß werden, um beim Basketball erfolgreicher zu sein, aber ich kann viel mehr verändern, als ich es mir oft zugestehe. Und eines kann ich immer ändern: wie ich selber auf die Welt schaue, die mich umgibt. Ich entscheide über den Blickwinkel. Und der ist nicht mehr der des Opfers seiner Umstände.

(3) Die Verantwortung liegt bei mir

Als ich erkannt habe, dass ich nicht das Opfer der Umstände bin, wurde mir klar: Ich muss die Verantwortung für mein Leben wirklich selber übernehmen. Wenn mir etwas an meinem Leben nicht passt, bin ich der einzige Mensch, der etwas daran ändern kann. Nicht der langersehnte Partner ändert mein Leben, nicht der neue Job oder der Umzug in die neue Stadt. Nur ich kann etwas ändern. Um etwas zu ändern war zunächst wichtig, dass ich den Blick auf mich selber ändere.

Begleiter auf meinem Weg

Diese Fragen begleiten mich noch immer. Es ist kein abgeschlossener Prozess, der einmalig stattfindet und dann ist alles gut. Die alten Glaubenssätze und Muster zeigen sich immer wieder. Ich tappe in die gleichen Löcher, falle aber heute oft nicht mehr so tief. Denn mit der Antwort auf diese drei Fragen habe ich auch zu einem gefunden: zu mehr Respekt vor mir selber und Respekt vor dem Leben.

Es ist meine Aufgabe, aus diesem Leben ein gutes Leben zu machen.
Es ist meine Verantwortung, mein Leben zu ergreifen und wirklich u leben.
Es ist meine Pflicht, dass meine Augen strahlen und mein Herz erfüllt ist.

Die Auferstehung zum Leben

Mit diesen drei Erkenntnisse und diesen drei Fragen, die mich immer wieder begleiten, habe sie für mich erlebt: Die Auferstehung für das Leben. Aus meinem Leben, das vorher nur aus Routine, Alltag und dem Warten auf andere Zeiten bestand, bin ich auferstanden in ein Leben mit Abenteuern, Fülle und Freude. Und so wie die Leichtigkeit und das Glück zu diesem neuen Leben dazugehören, gehören ebenso die Tiefe dazu, die mit Zweifeln, Traurigkeit oder dem Gefühl, abgeschnitten zu sein, einhergeht. Ich bin auferstanden zu einem ganzen Leben: mit Höhen und Tiefen, mit Freude und Leid, mit Leichtigkeit und Schwere. Alles gehört dazu. Denn ein erfülltes Leben braucht Fülle. Fülle der Gefühle, Fülle der Erlebnisse, Fülle der Blickwinkel und Fülle der Erfahrungen.

Wagst du den Weg in Richtung Auferstehung?

In welchem Bereich deines Lebens fehlt dir die Lebendigkeit? Wo fühlst du dich unfrei, gebremst und gefangen?

Du hast die Verantwortung für dein Leben. Du hast die Macht, etwas zu verändern. Auch wenn es Mut braucht, um das, was heute da ist, loszulassen, ist der Weg zurück in dein Herz der Weg, der zu mehr Fülle und mehr Lebendigkeit in deinem Leben führt. Verlasse deine Komfortzone und wage die Auferstehung in die Lebendigkeit deines Lebens.

 

Bildnachweis für diesen Beitrag:  Baum, Blumen, Wiese © Larisa-K (pixabay CC-0)

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