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Du entscheidest – welcher Mensch möchtest du sein?

Eine Straße mit Abbiegespuren nach rechts und links ist von oben aus der Luft zu sehen.
Lesezeit: 2 Minuten

Gefordert

Manchmal stellt mich das Leben vor Schwierigkeiten, die ich am liebsten ignorieren würde. Ich fühle mich gefordert oder sogar überfordert. Ich möchte kneifen, den Kopf in den Sand stecken oder wünsche mir, dass es sich auf die eine oder andere Weise von alleine in Luft auflöst. Und im günstigen Fall wird mir schnell klar: Ich muss eine Entscheidung treffen.

Früher waren das oft Kreuzungen in meinem Leben, an denen Entscheidungen notwendig waren. Ich wollte anderen nicht wehtun, indem ich meinen Weg gehe. Außerdem fürchtete ich die Folgen meiner Entscheidung. Wie reagieren die Menschen in meinem Umfeld? Was, wenn sich die Entscheidung als Fehler herausstellt und ich bereue? Also schob ich die Entscheidung auf. Aushalten, durchhalten statt weitergehen. Ich stand an der Kreuzung und entschied nicht, obwohl mir klar war, dass eine Entscheidung nötig war.

Heute kann ich mir hier nichts mehr vormachen: Nicht zu entscheiden, ist auch eine Entscheidung.

Stehenbleiben

Manche Herausforderungen kann ich jedoch nicht ignorieren. Für eine gewisse Zeit kann ich versuchen es auszusitzen und den Kopf in den Sand zu stecken. Aber der Moment kommt, an dem ich die Entscheidung treffen muss. Auch wenn ich es noch so sehr ignoriere, weiß ich tief im Inneren, dass ich mich irgendwann der Situation stellen muss. Und die Zeit bis dahin ist oft keine angenehme Zeit. Statt weiterzugehen, stehe ich auf der Stelle. Und das tut oft weh. Und doch gehe ich nicht weiter.

Manchmal lässt das Leben mir auch gar nicht die Zeit, wegzuschauen und den Kopf in den Sand zu stecken. Die Situation braucht eine schnelle Reaktion. Gestern war so ein Moment: Nach einem Gespräch lag mir eine Last auf der Seele. Dieser Herausforderung, die an mich herangetragen wurde, wollte ich mich nicht stellen. Am liebsten wollte den Kopf in den Sand stecken. Und zur gleichen Zeit war mir bewusst: Die Entscheidung, wie ich damit umgehe, macht etwas mit mir. Wenn ich mich wegducke, würde ich es bereuen? Und zugleich war der Respekt vor dem anstehenden Termin groß. Werde ich es schaffen? Und was macht die dort anstehende Situation mit mir?

Meine Entscheidung

Nach einiger Zeit des Grübelns und Abwägens war die Antwort da. Es gibt Wege im Leben, die mühsam sind. Wenn ich könnte, würde ich diese Wege lieber nicht gehen. Die entscheidende Frage für mich ist jedoch:

Was für ein Mensch möchte ich sein?
Möchte ich den Weg des geringsten Widerstandes gehen? Oder möchte ich den Umständen, die ich im Alltag erlebe, mutig entgegentreten?

Mit meinem Handeln heute entscheide ich, was für ein Mensch ich morgen sein werde. Eines Tages werde ich an diese Zeit zurückdenken. Mehr noch: Ich weiß doch heute schon, woran ich mich gerne erinnern möchte. An ein gelebtes und erlebtes Leben. Und nicht ein Leben, das durch Aufschieben,  Abwarten und Aushalten geprägt ist.

Ich weiß im Inneren doch, welcher Mensch ich morgen gerne wäre. Und dafür gilt es, heute ins Tun zu kommen.

 

Weißt du, welcher Mensch du morgen sein möchtest?
Hast du heute den Mut, die Entscheidungen zu treffen und so zu handeln, dass du auf ein wirklich gelebtes Leben zurückschauen kannst?

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: Foto von KM L von Pexels

2 Kommentare

  1. Beatrix Schleimer

    Guten Morgen liebe Anne! Zu deinen Zeilen kann ich nur sagen, die Entscheidungen, etwas anzupacken und nicht lange zu verschieben ist das, was ich eher hätte wagen können. Zu lange hatte ich zuerst Angst, richtig Angst, dann wurde es zu Bequemlichkeit, den ersten Schritt zu machen, dann zur Unerträglichkeit in einem solchen Zustand zu bleiben. Das hätte anders sein müssen! Heute sage ich: Das war mutig, und ich bin stolz, es geschafft zu haben. Ich habe „ja“ zu mir gesagt, leider hätte ich es viel eher tun sollen! Aber hatte das wohl einen Grund! Kannst du mir das sagen? Wichtig ist, daß es der Wendepunkt in meinem Leben war, der mich in den Garten meiner Freude zurückgebracht hat.

    • Anne Poger

      Liebe Beatrix, vielen Dank für deine sehr weisen Worte. Genau wie du es schreibst, erlebe ich es auch oft. Erst ist es Angst und dann irgendwann Bequemlichkeit. Ich bin sehr berührt von deiner Ehrlichkeit, die selber gegenüber. Dies erkennen viele Menschen nicht. Sie verstecken sich hinter ihrer Angst, ihrem vermeintlichen „Nicht-Können“ oder wohinter auch immer. Aber oft ist die „Komfortzone“ aus der wir nicht raus möchten. Deine Worte haben mir selber ein Licht aufgehen lassen, in einem Bereich, in dem ich selber gerade feststecke. Auch hier ist es viel mehr die Bequemlichkeit, als der ursprüngliche Grund, es (noch) nicht zu tun. Für mich, hast du dir die Gründe schon selber beantwortet. Für mich fasse ich es oft mit fehlendem Mut zusammen. Und fehlender Mut fehlt nicht wirklich. Mein Mut ist immer da, ich spüre ihn nur oft nicht. Und die Gründe, warum ich ihn nicht spüre sind z.B. Angst oder Bequemlichkeit. Mir hilft in solchen Situationen das Zitat „Frage dich in jeder schwierigen Situation: Was würde der stärkste, mutigste, liebevollste Teil meiner Persönlichkeit jetzt tun? Und dann tue es. Tue es richtig. Und zwar sofort.“ Alles Liebe Anne

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